Immer wenn Ferdinand von Habsburg seinen Aston Martin Vantage beschreibt, kommt er ins Schwärmen und wählt eine bildreiche Sprache.

Mit leuchtenden Augen und betont kraftvoller Stimme nennt er dann seinen 610 PS starken DTM-Boliden auch schon mal „Rhinozeros“ oder bezeichnet seinen glühend heißen Turbo-Motor furchterregend als „brennende Maschine!“. So geschehen beim achten Meisterschaftslauf auf dem Nürburgring, wo von Habsburg im Samstagsrennen als Elfter knapp die Punkteränge verfehlte und tags darauf im zweiten Lauf Platz 15 belegte.

    

Das Rennwochenende in der Eifel hatte für den DTM-Rookie bereits am Freitag mit einem Paukenschlag begonnen, als er im zweiten freien Training seine Fahrertüre verlor. Dies hatte zum Glück keine Bestrafung zur Folge, sondern führte lediglich zu einer Unterbrechung der Trainingssitzung. „Die Türen sind extrem leicht gebaut, da kann es schon mal vorkommen, dass sich so ein Teil im Fahrtwind löst und wegfliegt. Das ist nicht zum ersten Mal und wahrscheinlich auch nicht zum letzten Mal passiert“, sagte von Habsburg. Einen Vorteil habe der Vorfall allerdings gehabt, scherzte er: „Es war endlich mal nicht mehr so heiß im Auto“.

In Rennen eins am Samstag lieferte sich der Urenkel von Kaiser Karl I. von Österreich zwei spannende Duelle mit Markenkollege Paul Di Resta und BMW-Pilot Philipp Eng. „Beide Zweikämpfe waren cool und haben richtig Spaß gemacht“, freute sich der gebürtige Salzburger. „Am Ende beide Duelle auch noch zu gewinnen war mega – das habe ich schon sehr genossen“. Schade nur, dass von Habsburg als Elfter und zweitbester Aston-Martin-Pilot knapp die Punkteränge verfehlte. „Natürlich will man immer in den Punkten sein, deshalb ist man nie ganz zufrieden, wenn man nicht dort landet. Aber ehrlich gesagt hat uns als Team heute etwas die Pace gefehlt“.

Ins zweite Rennen am Sonntag war von Habsburg als bestplatzierter Aston-Martin-Fahrer gestartet. Da er seinen Pflichtboxenstopp erst 20 Minuten vor Rennende absolvierte, schnupperte der R-Motorsport-Pilot sogar kurzzeitig Führungsluft. „Ich hatte einen extrem guten ersten Stint und bin meinen Teamkollegen davongezogen. Leider ist meine Pitstopp-Strategie am Ende nicht ganz aufgegangen, sodass ich mich letztlich mit Platz 15 zufrieden geben musste. Dennoch bin ich stolz auf meine hier gezeigte Performance, denn ich war heute über weite Strecken der schnellste Fahrer unseres Teams“.

„Diese Performance will ich natürlich zum Finale nach Hockenheim mitnehmen, wo ich am Saisonende noch einmal glänzen möchte und einen, oder noch besser zwei Punkteränge erzielen will“.

Bevor jedoch am ersten Oktoberwochenende das große Saisonfinale im badischen Motodrom steigt, gilt es für von Habsburg zunächst einen Umzug von England nach Österreich zu stemmen. „Bislang wohne ich in London, doch ich werde demnächst zurück in meine Heimat ziehen. Wir haben ein Familienhaus in Wien und eins in Salzburg, sodass ich mit meinem wunderschönen Dienstwagen zwischen beiden Städten pendeln werde. Meine Sachen bringe ich überwiegend nach Wien, meine Freizeit werde ich aber größtenteils in Salzburg verbringen“, erklärte der sympathische 22-Jährige. Hauptgrund für den Umzug sei seine geänderte Einstellung zum Thema Freizeitgestaltung. „Ich bin sehr gerne in der Natur und habe in letzter Zeit eine Leidenschaft für´s Klettern und für´s Herumlatschen im Gebirge entwickelt. Und das kann ich in Österreich, speziell in Salzburg, sehr gut. Außerdem werde ich nächstes Jahr im Jänner zum Bundesheer eingezogen“.      

 
 

Fotos von: Werner Wagner, typisch-wagner.com

 

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Ralf Hensel
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