Ferdinand von Habsburg freut sich in seiner ersten DTM-Saison diebisch auf jedes der insgesamt 18 Rennen. Das war bei den Saisonläufen 13 und 14 auf dem Lausitzring nicht anders.

Doch technische Probleme an seinem Aston Martin Vantage DTM verhagelten dem
Österreicher schnell die Stimmung. Mehr als Platz 15 im Samstagsrennen war deshalb für den 22-Jährigen nicht zu holen. Tags darauf wollte von Habsburg im „500. DTM-Rennen“ besonders glänzen, doch daraus wurde nichts, da er seinen Dienstwagen bereits nach 20 Minuten mit technischem Defekt abstellen musste.

   

Die Vorfreude auf die siebte Station im DTM-Kalender 2019 bekam schon im Qualifying für das Samstagsrennen einen Dämpfer, als von Habsburg nach nur vier Runden sein Fahrzeug mit technischem Defekt in der Box abstellen musste. „Wir hatten ein elektrisches Problem das dazu führte, dass mir auf den Geraden 15 km/h Topspeed gefehlt haben“, erklärte der Urenkel von Kaiser Karl I. von Österreich, für den damit Startplatz 18 besiegelt war, da er das Qualifying nicht wieder aufnehmen konnte.
 
Das Rennen am Samstag begann für von Habsburg mit einem Frühstart: „Für mich hat es sich im Auto nicht wie ein Frühstart angefühlt, deshalb war ich sehr überrascht, als ich eine Fünf-Sekunden-Strafe bekommen habe“, wunderte sich der DTM-Debütant. „Doch ich will die Entscheidung der Sportkommissare nicht anzweifeln“. Durch die Zeitstrafe war ein Ergebnis in den Punkterängen von Anfang an nicht mehr möglich, sodass sich von Habsburg letztlich mit Platz 15 zufrieden geben musste.
 
Im 500. Rennen der DTM-Geschichte am Sonntag lief es für den gebürtigen Salzburger noch schlechter. Von Platz 16 gestartet rollte er mit seinem vom Schweizer Team R-Motorsport eingesetzten britischen Sportwagen bereits nach einem Drittel der einstündigen Renndistanz mit technischen Defekt aus: „Der Motor ging ohne Vorwarnung plötzlich aus und ließ sich nicht mehr starten – das war´s dann“, gab von Habsburg zu Protokoll.
Im Hinblick auf das nächste Rennen am kommenden Wochenende auf dem Nürburgring gilt es zunächst einmal weiterhin „kühlen Kopf zu behalten“, betont der DTM-Neuling. Obwohl er in der Lausitz das ganze Wochenende Probleme mit dem Auto gehabt habe, könne er nun wenigstens in Sachen Topspeed zumindest mit den BMW mithalten. „Das ist immerhin ein kleiner Fortschritt, den wir in der Eifel nutzen müssen“, hofft von Habsburg.
 
„Den Nürburgring habe ich aus meiner Formel-3-Zeit in positiver Erinnerung, denn einmal stand ich dort sogar auf dem „Stockerl“. Ich bin gespannt, wie sich das schwere DTM-Auto auf den beiden langen Geraden und beim Bremsen aus hoher Geschwindigkeit verhält –sicherlich ganz anders als ein Formel-3. In Punkto Balance hatte ich dort mit dem „Single-Seater“ immer mit Untersteuern zu kämpfen – ich hoffe allerdings, dass das DTM-Auto eher zum Übersteuern neigt, denn das kommt meinem Fahrstil mehr entgegen. Natürlich wird  das Fahrverhalten auch von den äußeren Temperaturen entscheidend beeinflusst“.
Im Gegensatz zum Lausitzring, dessen Streckencharakteristik „unserem Paket nicht so gut liegt“, wie Teamchef Florian Kamelger betont, kann der Grand-Prix-Kurs in der Eifel schon eher als Aston-Martin freundlich bezeichnet werden. „Der Nürburgring ist eine kurze Strecke, das hilft uns generell, weil wir mit der Strategie aggressiver sein können“, weiß von Habsburg.
 
Obwohl der DTM-Rookie in den bisherigen 14 Saisonrennen nur drei Punkte sammeln konnte, hat er die volle Rückendeckung seines Teamchefs: „Wir haben gewusst, dass Ferdinand ein junges Talent ist. Er zeigt vielen hier, die nicht ganz geglaubt haben, ob er wohl mit der Pace dieser hoch professionellen Serie mithalten kann, dass er zurecht hier fährt. Er ist immer wieder in Nuancen einer der schnellsten unserer Fahrer, wenn wir ihm das Paket hinstellen, das er braucht. Deshalb bin ich superhappy. Ich habe auch immer betont, dass wir Geduld mit ihm haben - und das zahlt er uns mit Leistung zurück. Das wird am Nürburgring nicht anders sein“, sagt Florian Kamelger.
 

Fotos von: Werner Wagner, typisch-wagner.com

 

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Ralf Hensel
Autor: Ralf HenselWebsite: http://www.news-department.de
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