Ferdinand von Habsburg kann zufrieden und stolz auf sein erstes DTM-Wochenende in Nürnberg zurückblicken..

„Ich hatte an jedem der drei Veranstaltungstage mein ganz persönliches Highlight“, sagte der DTM-Rookie, der nicht nur auf, sondern auch neben der Strecke für Schlagzeilen sorgte. „Am Freitag habe ich meinen ersten Dienstwagen bekommen, am Samstag bin ich mit Platz zehn in die Punkteränge gefahren und am Sonntag habe ich Fürst Albert von Monaco zum ersten Mal persönlich getroffen“, freute sich der Österreicher.

    

Die 18 DTM-Starter hatten beim Saison-Höhepunkt auf dem Norisring noch keine einzige Runde um die geschichtsträchtige Steintribüne gedreht, da gab es im Aston Martin-Lager schon etwas zu feiern. Drei der vier R-Motorsport-Piloten hatten nämlich am Freitag mitten im Fahrerlager die Schlüssel für ihre nagelneuen Dienstwagen durch Teamchef Florian Kamelger überreicht bekommen. „Unglaublich - mein allererster Dienstwagen und gleich ein Aston Martin“, jubelte von Habsburg. „Davon träumt man, wenn man ein kleiner Junge ist“.

Die drei britischen Nobelsportwagen - natürlich alle lackiert in den R-Motorsport Hausfarben „grau und blau“, wurden von Teammitgliedern gestartet und somit nicht nur optisch, sondern auch akustisch Fahrern und Fans vorgestellt: „Das ist schon ziemlich cool - die Straßen-Version des Vantage ist genauso spektakulär wie mein DTM-Auto, nur eben a bisserl komfortabler“, scherzte der Urenkel von Kaiser Karl I. von Österreich.

Dann begann mit den beiden freien Trainingssitzungen der Ernst des Sportlerlebens. „Der Norisring ist physisch sehr anstrengend, weil man in jeder Runde dreimal am Limit bremsen muss. Dabei verzieht sich das Gesicht laufend und das Herz ist ständig am Flattern wegen der vielen Referenzpunkte, die man auf einem Stadtkurs hat“.

Nach Platz 14 im ersten freien Training folgte ein technischer Defekt, der von Habsburg das komplette zweite Zeittraining kostete: „Wir hatten an meinem Auto ein Kühlproblem, sodass ich keine einzige Runde fahren konnte. Das war schon sehr enttäuschend, denn mit den so unglaublich schnellen DTM-Autos brauchst du jede Runde, um dich weiter ans Limit heranzutasten“, betonte der letztjährige Formel-3 Pilot. 

Tags darauf sah die Welt für den gebürtigen Salzburger nicht nur wetterbedingt schon wieder viel freundlicher aus, denn von Habsburg landete im Samstagsrennen mit Platz zehn auf einem Punkterang. „Nach Platz neun in Zolder ist dies bislang mein zweitbestes Resultat“, freute sich der 22-Jährige.

Nach einem gelungenen Start von Platz 15 steuerte von Habsburg direkt nach der ersten Runde die Box zum Reifenwechsel an. „Der frühe Stopp war zwar ein großes Risiko, doch für mich war es zu dem Zeitpunkt der einzigste Weg, wie ich vielleicht mit etwas Glück in die Punkte komme. Trotz der Mammutdistanz von 67 Runden hatten wir letztlich mit dieser Strategie Glück, denn die Reifen haben bis zum Schluß gut gehalten“.    

Am Rennsonntag warteten viele im Fahrerlager gespannt auf den bevorstehenden Staatsbesuch, denn erstmals in der DTM-Geschichte gab sich Albert II., Fürst von Monaco, die Ehre. „Als er unser Team besuchte habe ich ihn zum ersten Mal persönlich getroffen – das war sehr beeindruckend. Anschließend erklärte ich ihm mein DTM-Auto, wobei ich sagen muss, dass er über das Fahrzeug fast mehr wußte als ich, denn er ist ein absoluter Motorsport-Fanatiker“.

Rennen Nummer zwei verlief für von Habsburg mit Platz elf fast so erfolgreich wie Lauf eins. Wieder von Position 15 gestartet kam er problemlos durch den Verkehr und verbesserte sich gleich in der ersten Runde auf Rang zehn. „Mein Start war super – es macht schon richtig Spaß in einer Runde gleich fünf Fahrzeuge überholen zu können“, strahlte der Österreicher. „Den zweiten Stint nach dem Boxenstopp fand ich besonders gut, denn ich konnte die Reifen
extrem lang am Laufen halten und bis zum Schluß sehr gute Rundenzeiten fahren – das hat mich letztlich so nah an die Punkte gebracht. Schade, dass es nicht ganz gereicht hat, denn der Zehntplatzierte lag nur 50 Meter vor mir. Trotzdem bin ich mit dem Ergebnis mehr als zufrieden“.  

 

Fotos von: Werner Wagner, typisch-wagner.com

 

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Ralf Hensel
Autor: Ralf HenselWebsite: http://www.news-department.de
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