„Alles neu macht der Mai“ - heißt es im Volksmund. Das gilt für die DTM Jahrgang 2019 gleich im doppelten Sinne.

Denn ab dieser Saison beginnt in der populärsten Tourenwagen- Serie der Welt nicht nur das „Turbo-Zeitalter“, sondern mit Aston Martin tauchte nach dem Ausstieg von Mercedes auch wieder ein dritter Hersteller im Starterfeld auf. Das Schweizer Team R-Motorsport setzte mit Hilfe seines Entwicklungspartners HWA (Affalterbach) beim Saisonauftakt in Hockenheim nicht nur zwei, sondern gleich vier Fahrzeuge der britischen Nobelmarke ein. Mit dem Österreicher Ferdinand von Habsburg hat die ehrgeizige Truppe aus Niederwil bei St. Gallen einen DTM-Rookie mit großem Namen im Fahreraufgebot. 

    

Der 21-Jährige Urenkel von Kaiser Karl I. von Österreich war von seinem ersten Einsatz im 610 PS starken Aston Martin Vantage DTM tief beeindruckt. Stolz erzählte er: „Es ist ein unfassbares Gefühl mit einem Aston Martin in der DTM am Grid zu stehen. Da ist es zunächst völlig egal auf welchem Startplatz du landest und wie das Rennen ausgeht“, sagte der letztjährige Formel-3 Pilot. Möglichst viele Runden zu drehen, um ein Gefühl für das Auto und die komplexe Technik zu bekommen und sich langsam an den Grenzbereich heranzutasten, sei momentan das Wichtigste für ihn, betonte von Habsburg, der im Qualifying zu Lauf eins auf Startplatz 16 fuhr.

Das erste Rennen der neuen Fahrzeuggeneration fand am Samstag gleich unter widrigen Bedingungen auf zunächst regennasser Piste statt. Leider endete die DTM-Premiere für den gebürtigen Salzburger bereits nach zwei Runden an der Box, was allerdings nichts mit der Wetterlage, sondern mit einem technischen Defekt an seinem Fahrzeug zu tun hatte. „Was genau kaputt gegangen ist, ist schwierig zu sagen. Da kenne ich mich technisch noch viel zu wenig aus, denn das Auto ist extrem komplex“, sagte von Habsburg nach seinem Ausfall. „Ich verlor plötzlich Geschwindigkeit auf der Geraden und bekam Warnsignale auf das Dashboard. Da habe ich sofort gestoppt“. Teamchef Florian Kamelger erklärte tags darauf: „Wir hatten gestern ein Motorproblem und haben das Fahrzeug sicherheitshalber zurückgezogen, weil wir keinen Motorschaden riskieren wollten. Momentan sind wir noch bei der Analyse, weil wir relativ viel getauscht haben. Wenn wir wieder zuhause sind werden wir alles genau untersuchen“.

Am Sonntag sah die Welt für den sympathischen, großgewachsenen DTM-Neuling nicht nur wetterbedingt schon viel freundlicher aus. „Heute ist es um einiges besser gelaufen, als gestern“, freute sich von Habsburg nach dem zweiten Lauf, den er als Zwölfter beendet hatte. „Schon der Start hat extrem Spaß gemacht. Mit so viel Dampf in die erste Kurve zu fliegen ist schon cool – da lächelt der elfjährige Bub in mir. Ich war froh das Rennen bis zum Schluss fahren zu können, denn ich brauche jeden Kilometer, um Erfahrung zu sammeln. In erster Linie, glaube ich, gibt es für mich in Punkto Reifenmanagement noch sehr viel zu lernen. Vier Positionen aufzusteigen und im Ziel vor zwei Audis und einem BMW zu landen ist allerdings für den Anfang auch nicht so schlecht“.

„Obwohl ich und auch das Team noch vieles zu verbessern haben, sind wir alle stolz aufeinander und können uns auf die Schulter klopfen“, betonte von Habsburg. „Wir alle haben bei unserem DTM-Debüt mehr erreicht, als die Leute erwartet haben. Ich hatte nach einem Rennwochenende selten so ein gutes Gefühl wie momentan und freue mich extremst auf die Saison. Ich bin stolz hier zu sein“.   

Teamchef Kamelger ist mit der Leistung seines Schützlings ebenfalls hoch zufrieden: „Ferdinand hat sich super geschlagen. Heute hat er nach dem Pech von gestern einige Rennkilometer gesammelt und an Erfahrung gewonnen. Er muss das hier langsam angehen und Geduld haben – wir haben die Geduld auch mit ihm. Die DTM ist eine unglaublich schwierige Rennserie – da kommt man nicht und schlägt einfach ein – da muss man lernen, lernen und nochmals lernen! Ferdinand ist jung, ist talentiert und wird seinen Weg machen“.

 

 

Fotos von: Farid Wagner, pitwall.de

 

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Ralf Hensel
Autor: Ralf HenselWebsite: http://www.news-department.de
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