Überraschender Gaststart für Bernd Mayländer beim Finale der Tourenwagen-Classics-Serie in Hockenheim. Nach über zehnjähriger Pause hat der Schorndorfer im DTM-Mercedes-Benz-C-Klasse von 1994 wieder an einem Tourenwagenrennen teilgenommen und zusammen mit dem jetzigen Besitzer Thorsten Stadler (Hann. Münden) Platz zwei belegt.

„Als ich das Angebot bekam beim DTM-Finale in Hockenheim im Rahmenprogramm ein Fahrzeug aus der alten DTM fahren zu dürfen, habe ich mich gefreut wie ein kleines Kind und natürlich sofort zugesagt“, erzählt Bernd Mayländer mit leuchtenden Augen.

    

Hintergrund der Aktion war das Jubiläum „30 Jahre Mercedes in der DTM“ und der Ausstieg der Untertürkheimer Autobauer aus der populärsten internationalen Tourenwagen-Serie. „Mercedes hat aus diesem Anlaß den Privatteams der Tourenwagen-Classics-Serie einige Werkspiloten aus der alten DTM wie Klaus Ludwig, Roland Asch, Kurt Thiim und auch mich zur Verfügung gestellt, um zusammen mit den jetzigen Fahrzeugbesitzern deren Abschlussrennen am Sonntag nach dem Finale der aktuellen DTM zu bestreiten“, erklärte Bernd Mayländer. Sein Teamkollege war Thorsten Stadler, der alte und neue Meister der seit drei Jahren bestehenden Rennserie für historische Tourenwagen. Der selbstständige Kaufmann hat seinen Titel bereits beim letzten Rennen in Salzburg erfolgreich verteidigt und vorzeitig die Meisterschaft gewonnen.

Mayländer erlebte in Hockenheim ein sehr emotionales Wochenende, das er Runde für Runde in vollen Zügen genossen hat. „Es war unglaublich“, sagt der Mercedes-Markenbotschafter und Formel-1 Safety-Car-Fahrer. „Nach über zehnjähriger Rennpause hatte ich mit dem 460 PS starken, reinrassigen Klasse-1-Fahrzeug, das 1994 von Ellen Lohr gefahren wurde, einen riesen Spaß. Es war alles genau gleich wie 1995, als ich bei Persson-Motorsport ein baugleiches Auto fuhr“, berichtete der 47-Jährige. „Ich staunte selbst, wie ich die damals gespeicherten Abläufe aus der Erinnerung sofort wieder abrufen und auffrischen konnte“, schwärmte Mayländer, der im freien Training in 1:45,395 Minuten auf Anhieb die schnellste Runde aller 35 Teilnehmer drehte.

Im entscheidenden Qualifying lieferte sich der Schorndorfer anschließend ein packendes Duell mit Klaus Ludwig , der ein aktuelleres, leistungsstärkeres C-Klasse-Modell aus dem Jahr 1996 steuerte. „Anfangs dachte ich, ich müßte mich im Duell mit Klaus hinten anstellen, deshalb bin ich jetzt umso stolzer ganz knapp mit nur fünf Hundertstel-Sekunden Vorsprung die Pole-Position erobert zu haben“, jubelte Mayländer.

Im Rennen über 40 Minuten auf dem 4,574 Kilometer langen Grand-Prix-Kurs in Hockenheim fuhr Thorsten Stadler den Startturn. „Nach anfänglicher Führung hatte ich in der ersten Kurve einen Quersteher der mich zwei Plätze gekostet hat“, ärgerte sich Stadler, der nach der ersten Rennhälfte als Vierter zum Fahrerwechsel an die Box kam. Während Klaus Ludwig an der Spitze uneinholbar enteilt war, lieferte sich Bernd Mayländer rundenlang einen Kampf auf Biegen und Brechen mit Stefan Rupp im schnelleren Alfa 155 V6 ITC, den Mayländer letztlich für sich entschied und dem Team Platz zwei sicherte. „Als Rupp im Rückspiegel auftauchte, war ganz klar die Strategie den Alfa irgendwie hinter mir zu halten, was mir auch gelungen ist“, freute sich Mayländer. „Mein Dank gilt allen, die mir dieses faszinierende Erlebnis ermöglicht haben“.   

 

 

 

Fotos von: Farid Wagner, pitwall.de & Horst Zwipp

 

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Ralf Hensel
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