Nach dem Boxenstopp-Chaos am Hungaroring, wollte Lucas Auer beim DTM-Saison-Highlight auf dem Norisring unbedingt in beiden Läufen in die Punkteränge fahren.

Dies ist dem Österreicher mit Platz sieben im Samstagsrennen und Rang fünf am Sonntag auch gelungen. Dennoch verließ er Nürnberg ziemlich „angefressen“: „In Lauf 2 war mein Auto richtig gut, besser geht´s nicht, deshalb ist Platz fünf nicht zufriedenstellend, wenn du so viel Speed hast“, ärgerte sich der Kufsteiner. Auch Mercedes-DTM-Teamchef Ulrich Fritz war mit der Leistung des 23-Jährigen nicht zufrieden: „Grundsätzlich muss mehr kommen - muss man ganz klar sagen - denn das Auto konnte mehr."

   

Im Qualifying zu Lauf 1 am Samstag stellte der Neffe von DTM-Chef Gerhard Berger seinen Mercedes-AMG C 63 DTM auf Startplatz sieben. Das klingt zunächst mittelmäßig - Auer fehlten auf dem 2,3 Kilometer langen Stadtkurs am Dutzendteich aber lediglich hauchdünne 0,091 Sekunden auf Pole-Mann Edoardo Mortara. Das komplette Feld der 18 DTM-Boliden lag diesmal innerhalb von nur 0,6 Sekunden - Platz eins und zwei trennte gerade mal eine 1.000stel-Sekunde.

Im Rennen über 55 Minuten plus eine Runde hatte Lucas Auer einen perfekten Start und überholte gleich auf den ersten Metern Markenkollege Daniel Juncadella. Norisring-typisch kam es auch in den folgenden Runden immer wieder zu packenden Duellen. „Wenn du von Platz sieben startest, geht es immer rund. Ich war in einer Kampfgruppe und habe beim Überholen auch einmal die Mauer berührt, was nicht unbedingt geholfen hat“, erklärte Auer. Letztlich überquerte der Tiroler als Siebter die Ziellinie und meinte: „Ein solides Ergebnis - für heute ist das okay. Wenn ich morgen im Qualifying noch etwas zulegen kann, geht auch noch mehr.“

Gesagt - getan! Auer steigerte sich im Training für Lauf 2 um eine Zehntelsekunde und stellte seinen „orangen Silberpfeil“ damit auf Startplatz drei. „Großes Kompliment an meine Mannschaft, die das Auto von gestern auf heute entscheidend verbessert hat. Gestern waren wir „a bisserl“ zu langsam, heute war der Speed richtig gut“, freute sich der Österreicher.

Im Rennen am Sonntag gelang Lucas Auer nach eigener Aussage ein „Mega-Start“. Schon auf den ersten Metern beschleunigte er die vor ihm gestarteten Gary Paffett und Daniel Juncadella aus und übernahm kurzzeitig die Führung. In der Grundig-Kehre ging Juncadella dann allerdings wieder innen an Auer vorbei, der Platz zwei bis zum Boxenstopp verteidigte. „Danach kam Lucas im Verkehr auf die Strecke zurück und konnte sich bis zum Ziel nicht mehr freischwimmen“, bedauerte Teamchef Ulrich Fritz. An fünfter Stelle liegend fand Auer bis zum Schluss kein Mittel, den vor ihm fahrenden Bruno Spengler im BMW M4 DTM zu überholen. „Ich hätte mich gar nicht mit Spengler in einen Kampf einlassen sollen, denn ich hätte ihn nie überholt, da er bis zum Ende seine Reifen gut eingeteilt hat und megaschnell war“, erkannte Auer.

Deshalb fiel das Fazit des Tabellen-Sechsten nach den beiden Rennen in Franken eher nüchtern aus: „Ich war mit P 7 und P 5 zweimal in den Punkten und habe auch im Qualifying Punkte mitgenommen - darüber bin ich froh. Heute wäre aber wesentlich mehr drin gewesen, denn ich war mit Platz zwei nach dem Start in der besten Ausgangsposition für ein Top-Ergebnis. Wir müssen jetzt genau analysieren, woran es lag.“

 

 

Fotos von: Farid Wagner, pitwall.de

 

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Ralf Hensel
Autor: Ralf HenselWebsite: http://www.news-department.de
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