Es gibt viele Preise, bei denen die Kunden entscheiden, welcher Autobauer der spätere Sieger wird. Bei der Auszeichnung "Der goldene Bulli" ist es genau andersherum.

VW Nutzfahrzeuge möchte mit diesem Preis soziale Produkte von Handwerksbetrieben würdigen. "Der goldene Bulli" wurde in diesem Jahr zum ersten Mal ausgeschrieben. Bewerben konnten sich alle Handwerksbetriebe, die in Deutschland in der Handwerksrolle eingetragen sind. Um als Sieger die Trophäe in Form eines goldenen T1-Bullis zu erhalten, mussten die Teilnehmer schon einiges an sozialem Engagement zeigen.

   

Den örtlichen Fußballverein mit einem Satz Trikots auszustatten, war da eindeutig zu wenig. Denn die rund eine Million  Handwerksbetriebe in Deutschland leisten nicht nur tagtäglich einen guten Job in Werkstätten, auf dem Bau oder vor Ort beim Kunden, sie sind auch sozial aktiv und engagiert. Diese vielen freiwilligen Projekte zum Wohle Bedürftiger will die Nutzfahrzeug-Abteilung von Volkswagen stärker ins Bewusstsein rücken.

Natürlich gehören die Handwerksbetriebe zu den treuesten Kunden der Hannoveraner Nutzfahrzeug-Experten. Der Bulli ist schon seit Jahrzehnten das Auto, das zu jeder Tageszeit zuverlässig Handwerker und deren Materialien sowie die Arbeitsmittel transportieren muss. Dass er für viele der 5,4 Millionen Beschäftigten im deutschen Handwerk schon ein Kollege geworden ist, ist klar. Viele der Handwerker sind mit ihm mehr Kilometer gefahren, als mit ihrem eigenen privaten Auto.

Für die Jury war es keine einfache Aufgabe, den ersten Sieger zu küren. Schließlich hatten so viele Handwerksbetriebe ihre sozialen Projekte eingereicht. Die hohe Zahl der Bewerbungen zeigt, wie intensiv in diesem Wirtschaftszweig soziale Verantwortung für die Gesellschaft gelebt wird.

"Made in Germany" ist nicht nur ein Gütesiegel für Produkte aus Deutschland. Auch die deutschen Handwerker haben über unsere Grenzen hinaus einen guten Ruf. So hat der diesjährige Sieger des "goldenen Bulli" den Bau einer Gewerbeschule in dem 10.000-Einwohner-Ort Chala in Tansania initiiert.

   
 
Auf rund 7.000 Quadratmetern Grundfläche entsteht dort ein Berufsbildungs- und Trainingscenter für Wasserversorgung und Solar. So soll dazu beigetragen werden, dass auch die Menschen Trinkwasser und Strom erhalten, die in den entlegenen Orten Tansanias leben. Auf dem Campus sollen später im zweijährigen Turnus rund
100 Schüler leben und eine entsprechende Ausbildung erhalten. Weil mindestens 40 Prozent davon Schülerinnen sind, soll gleichzeitig der Einfluss von Frauen in der tansanischen Gesellschaft gestärkt werden. Das Projekt fördert indirekt auch den Klimaschutz, da Abholzung gemindert wird.

Die Jury war von diesem Projekt so überzeugt, dass sie das Engagement der  Sanitär-Firma Roland Ketterer aus Donaueschingen mit dem "goldenen Bulli" würdigte. Die Baden-Württemberger Sieger helfen bei ihrem Projekt in Tansania nicht nur mit ihrem fachlichen Know-how. Wenn Hilfe gebraucht wird, reisen sie auch völlig unkompliziert und uneigennützig mit dem entsprechenden Material nach Afrika.

Für dieses herausragende soziale Engagement gab es aber nicht nur die Trophäe in Form eines goldenen T1-Bullis. Roland Ketterer bekam quasi noch einen "neuen Kollegen". VW Nutzfahrzeuge spendiert dem Sieger einen nagelneuen T6 Kastenwagen. Allerdings nicht, wie der Name des Preises vermuten lässt, in einer auffälligen goldenen Lackierung. Passend zum Understatement, mit dem sich die Handwerksbetriebe sozial engagieren, ist der neue Firmenwagen zurückhaltend weiß lackiert.

  

 

 

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Thorsten Tromm
Autor: Thorsten TrommWebsite: http://www.news-department.de
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