Nur sensationelle 23 Monate hat es gedauert, bis im polnischen Wrzesnia auf einer Wiese ein imposantes VW-Werk entstanden ist.

Bislang waren auf diesem Gebiet die Chinesen die schnellsten. Im Reich der Mitte brauchte man für den Bau einer Autofabrik allerdings einen Monat länger. Doch es ist nicht nur die Kürze der Zeit, die VW benötigte, um das neue Crafter-Werk aufzubauen, zeitgleich wurde auch noch der neue Crafter entwickelt.

   

In diesem Bereich hat VW ebenfalls eine weitere Meisterleistung gezeigt. Das Auto ist im Dialog mit den späteren Käufern konstruiert worden. Das bedeutet, dass die Ingenieure quasi ein komplett neues Auto auf die Räder gestellt haben, das sich lediglich den Namen mit dem Vorgänger teilt. In zahllosen Interviews haben die Entwickler herausgefunden, welche Detaillösungen im tagtäglichen Gebrauch für die Kunden wichtig sind. Worauf man in den Brache bislang nur bedingt eingehen konnte, weil bei der Weiterentwicklung eines Transporters immer Abstriche an vorhandene Konstruktionsvorgaben gemacht werden mussten. VW Nutzfahrzeuge hat mit einem weißen Blatt Papier begonnen und einen Crafter entwickelt, der genauso ist, wie ihn sich die Kunden immer gewünscht haben. VW bewirbt den neuen Crafter mit dem Slogan: "Die neue Dimension". Schon alleine aufgrund der bislang nicht gekannten Entwicklungsarbeit zusammen mit den späteren Käufern, trifft das den Nagel auf den Kopf. Das haben auch die Experten erkannt und deshalb wurde der Crafter vor einigen Wochen mit dem renommierten Preis "International Van of the Year 2017" ausgezeichnet.

   

Zeitgleich mit der Entwicklung musste die Fertigungsstätte für dieses neue Fahrzeug geplant und gebaut werden. Und das in einer eher kargen Umgebung. Auf 220 Hektar Wiese - oder umgerechnet 330 Fußballfeldern - ist nun eine der modernsten Automobilfabriken der Welt entstanden.  Zwischenzeitlich war das rund 50 Kilometer von Poznan entfernte Gebiet eine der größten Baustellen in ganz Europa. Für die 30.000 Einwohner zählende Stadt Wrzesnia ist der Neubau in mehrfacher Hinsicht ein Gewinn. Zum einen sind so in der strukturschwachen Region 3.000 neue Jobs entstanden, doch damit nicht genug, zum anderen siedeln sich bereits heute Lieferanten im direkten Umfeld des neuen Crafter-Werkes an und bringen weitere neue Arbeitsplätze nach Wrzesnia. Wenn man sich mit den Einwohnen unterhält, spürt man sofort, wie stolz sie darauf sind, dass VW gerade vor ihrer Haustür eine so große Investition getätigt hat. Bei den Mitarbeitern, die den neuen Crafter bauen, ist sofort das Strahlen in den Augen zu sehen, wenn sie über ihren Job erzählen: "Wir sind VW!"  VW verfügt vor Ort über hoch motivierte und sehr gut qualifizierte Mitarbeiter, die sich mit ihrem Produkt identifizieren, wie z.B. sonst die Mitarbeiter von Lamborghini im italienischen Sant' Agatha. 

Bis zu 100.000 Crafter sollen hier bald pro Jahr vom Band laufen. Wenn man sich die Entwicklung in der Logistikbranche anschaut, ist das kein zu großes Ziel. Der Internethandel hat in den vergangenen Jahren sprunghaft zugenommen. Amazon & Co. suchen nach immer neuen Produkten, die sie uns direkt ins Haus liefern lassen können. Zuletzt wurde ein viel versprechender Test mit Lebensmitteln gestartet. Dass sich in Zukunft immer mehr Menschen Dinge des täglichen Lebens, die wir bislang in den Supermärkten kaufen, aus dem Internet bestellen, gilt als sicher. Doch diese Waren müssen auch transportiert und direkt in die Haushalte gebracht werden. DHL, UPS und Co. steht damit eine weitere große Herausforderung bevor. Auch aus diesem Grund werden immer mehr Transporter benötigt, die diese Aufgaben kostengünstig erledigen können. Mit dem Crafter hat VW Nutzfahrzeuge bereits heute auf die zukünftige Entwicklung reagiert.

Auch in der Zukunft wird es immer wieder Überraschungen aus Wrzesnia geben. Bereits auf der IAA Nutzfahrzeuge in Hannover zeigte VW die erste Studie eines elektrisch angetriebenen Crafter. Die ersten e-Crafter sollen bereits 2017 in den Flotten der Kunden unterwegs sein. Die Automobilbranche ist derzeit im Wandel. Mit dem neuen Crafter und dem imposanten Werk hat VW Nutzfahrzeuge bewiesen, dass die Marke sich bereits heute fit für die Zukunft macht.

   

 

 

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Thorsten Tromm
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