Seit der Markteinführung im Jahr 2015 hat SsangYong weltweit mehr als 100.000 Tivoli ausgeliefert. Der jüngste Spross der Marke hat sich damit zum erfolgreichsten Modell der Koreaner entwickelt, obwohl er bei uns noch eher spärlich im Straßenbild vertreten ist.

SUVs liegen in der Gunst der Käufer schon länger vorn, inzwischen ist jedes fünfte neuzugelassene Auto in Deutschland ein Sport Utility Vehicle. Bei den "kleinen SUVs" ist der Opel Mokka der Platzhirsch, aber mit dem Tivoli hat SsangYong eine interessante Alternative aufgelegt.

   

Das beginnt schon bei der Optik. Seine kantige und selbstbewusste Front macht ihn bereits aus dem Stand zu einem "Hingucker". Das ist auch gewollt, denn der Tivoli sieht nicht nur sportlich und frisch aus, er verkörpert auch als erstes Auto die neue Designlinie von SsangYong: Die Seitenansicht wirkt markant. Durch seine ausgebildeten Radläufe wird eine optische Spannung erzeugt und der Tivoli bekommt so einen athletischen Auftritt. Kombiniert man dies, wie bei unserem Testwagen, mit dem Stylingpaket, betonen das schwarze Dach und die dunkel lackierten Alu-Räder die Wirkung zusätzlich.

Der Innenraum des Tivoli kann ebenfalls überzeugen: Selbst verwöhnte Umsteiger aus dem Premium-Segment werden nichts zu mäkeln haben. Der kleine SsangYong hat ein ansprechendes Innenraumdesign. Hinzu kommt, dass er es in Sachen Materialanmutung und -verarbeitung durchaus mit einem BMW aufnehmen kann. Hier zeigt sich wieder, dass die Koreaner die Ansprüche der europäischen Käufer genau beobachtet haben und sich mit den Besten messen wollen.

 

Die Platzverhältnisse sind für so ein kleines Auto erstaunlich großzügig. Selbst sperrige Gegenstände schluckt der Tivoli problemlos. Muss der Koreaner nicht sein Talent als Packesel beweisen, finden fünf Erwachsene im Innenraum bequem Platz. Die Sitze sehen nicht nur komfortabel aus, sie sind auch auf langen Autobahnetappen angenehm. Straff genug, ohne zu hart zu sein und mit ausreichender Seitenführung, wenn es über kurvige Landstraßen geht. Insgesamt sind die Platzverhältnisse auf den Vorder- und Rücksitzen überdurchschnittlich großzügig. In Sachen Ellenbogen- und Kopf-Freiheit haben auch groß gewachsene Mitteleuropäer nichts zu befürchten. Dabei ist das Fahrwerk so abgestimmt, dass sich die Passagiere auch auf langen Strecken wohlfühlen.

Obwohl der Fahrzeugschein dem Dieselmotor nur 115 PS attestiert, ist der Tivoli durchaus sportlich zu bewegen. Besonders mit dem Allradantrieb lässt er sich zielgenau um Kurven zirkeln, egal, ob die Straße nass oder trocken ist. Zur Auswahl stehen entweder ein 128 PS Benziner- oder ein 115 PS Diesel-Motor mit Front- oder Allradantrieb, als Schalter oder Automatik, je nachdem, was der Kunde mag.

 

 

Zu Aussagen, dass das Händlernetz zu dünn sein soll, muss man sich nur einmal die Zahlen genauer anschauen: SsangYong hat in Deutschland derzeit mehr als 210 Händler. Wenn das zu wenige sein sollten, dürfte bei uns nicht ein einziger Landrover mehr verkauft werden, denn die Briten haben lediglich 104 Händler. Dass das in der Praxis kein Problem darstellt, lässt sich vielleicht aber auch an diesem Beispiel bestens erklären: Denn wann muss ein Auto heutzutage in die Werkstatt? Nur zu den Inspektions-Terminen! Das bedeutet für die Mehrzahl der deutschen Autofahrer einmal pro Jahr. Und nach wenigen Stunden ist das Auto wieder unterwegs. Dass ein SsangYong mit Problemchen liegen bleibt, ist genauso unwahrscheinlich wie bei jedem ausgereiften Auto auch. Aber die gute Verarbeitung und die moderne Technik machen ihn zu einem robusten Alltagsbegleiter. Weil die Koreaner eine fünfjährige Garantie bieten, dürften auch Fahrer anderer Marken von diesem Qualitätsversprechen überzeugt sein.

Und wer sich für ein kompaktes SUV interessiert, sollte sich nicht nur auf den Opel Mokka oder den Renault Capture beschränken. Bereits die Grundausstattung des Tivoli ist wesentlich umfangreicher als die der Konkurrenz. Tempomat, Klimaanlage, elektrische Fensterheber rundherum und eine geteilte Rücksitzbank sind serienmäßig dabei. Ein Preisvorteil von mehreren tausend Euro winkt hier ebenfalls.

 

 

 

Über den Autor
Thorsten Tromm
Autor: Thorsten TrommWebsite: http://www.news-department.de
Editor-in-chief