In Paris treffen ab heute die Auto-Legenden von Alpine auf die Studien des kommender Seriensportwagens.

Bis zum 12. Februar dürfte die Alpine auf der Messe Rétromobile in Paris das Eldorado der Alpine-Fans sein. Die Franzosen zeigen auf der Klassikermesse erstmals sechs historische Modelle zusammen mit der Studie Alpine Vision. Bis zum Wochenende kann die Entwicklung der französischen Sportwagen-Kultmarke mit ihrem unverkennbaren Design bestaunt werden. Alpine hat mit den Modellen A106, A108, A110, A310, GTA und A610 alle Meilensteine der Firmengeschichte in die französische Hauptstadt gebracht.

   

Die Entstehung der Marke ist auf dem Alpine-Stand noch einmal direkt nachzuvollziehen. Konstrukteur Jean Rédélé baute seine Autos auf bewährten Renault-Komponenten auf und das Design sorgte bereits von Anfang an für heftiges Herzklopfen bei den Fans.

Die A106 war der Beginn der Erfolgsgeschichte. Man mag es kaum glauben, dass dieser historische Sportwagen auf dem Renault 4 CV basieren. Rédélé setzte auf das Chassis des nicht gerade sportlichen Butter-und-Brot-Modells aus den 1950er Jahren eine Kunststoffkarosserie. Diese war sozusagen die Blaupause für das Design alle späteren Alpine-Modelle.

Das Nachfolgemodell wurde 1958 vorgestellt. Die A108 war zunächst nur als Cabriolet zu bekommen. Erst 1959 kamen eine Hardtop-Variante und das typische  2+2-Coupé hinzu.

1962 feierte das wohl erfolgreichste Alpine-Modell seine Premiere. Die A110 sorgte für den bis heute anhaltenden Mythos der französischen Marke. Es waren die Erfolge auf den Rallye-Pisten, die dieses Modell so besonders und begehrt machten. Die A110 gewann die internationale Rallye-Markenmeisterschaft 1971 und die erste Rallye-Weltmeisterschaft 1973. Insgesamt 7.489 Fahrzeuge wurden von diesem Modell gebaut. Für die noch heute existierenden Wagen werden von Sammlern mittlerweile Höchstpreise bezahlt.

Mit der A310 setzte in Sachen Design ein Paradigmenwechsel. 1971 mussten sich die Fans von den bekannten runden Formen an eine kantige Designsprache gewöhnen. Unverwechselbar wurde der optische Auftritt durch die spitz zulaufende Front mit den Scheinwerfern, die sich hinter einer Plexiglasabdeckung verstecken.

Die Grundkonzeption der A310 mit einem Stahlrohrrahmen und Polyester-Karosserie übernahm ab 1984 ebenfalls die Nachfolgebaureihe GTA. Allerdings wuchs der Radstand um sieben Zentimeter.

Im Jahr 1991 zeigte Alpine das Modell A610. Bei ihr haben die Franzosen ein damals neues Detail verbaut, das zu einem Markenzeichen dieses Modells wurde: Die Klappscheinwerfer. Leider setzte die A610 auch den Schlusspunkt der ruhmreichen Marke aus Dieppe. Im Jahr 1994 lief das letzte Modell vom Band und es sah so aus, als ob damit eine der erfolgreichsten Marken für immer verschwinden würde.

Doch die zahlreichen Fans haben sich immer wieder eine Rückkehr gewünscht. Das wird zum Jahresende auch endgültig passieren. Dann wird die erste Sonderserie des neuen Alpine-Seriensportwagens ausgeliefert. Das Design des agilen Zweisitzers nimmt die Formensprache der legendären A110 auf. Wie das erfolgreiche Rallye-Auto wird die neue Alpine auch ein geringes Gewicht auf die Waage bringen.

Bis zum 12. Februar kann sich der Besucher auf der Rétromobile in Paris noch vom Alpine-Mythos anstecken lassen und sehen, wie sich die Kultmarke über die Jahrzehnte hinweg entwickelt hat. Die 2016 vorgestellte Studie Alpine Vision zeigt bereits realitätsnah, wie das kommende Serienmodell aussehen wird. Das dürfte der wiederauferstandenen Sportwagenmarke garantiert viele neue Fans bescheren.  

   

 

 

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Thorsten Tromm
Autor: Thorsten TrommWebsite: http://www.news-department.de
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